Entwicklung vom Welpen zum erwachsenen Hund


Nachdem die Hundemutter ca. 63 Tage lang trächtig war, erblickt der kleine Hundewelpe das erste Mal das Licht der Welt.

Wie sich das spätere Verhalten des Hundes entwickelt, wird bereits während der Trächtigkeit der Mutter beeinflusst.

Ernährung, Stress und die Aktivität der Mutter können Einwirkungen auf den ungeborenen Welpen haben. Darum ist es sehr wichtig, die trächtige Mutter in gesundheitlich und mental guter Verfassung zu halten.

Nach der Geburt durchlebt der Welpe verschiedene Entwicklungsphasen bis zum erwachsenen Hund, die ihn physisch und mental beeinflussen. Diese erinnern häufig auch an menschliche Entwicklungsphasen. Wer eigene Kinder hat, wird es vermutlich kennen.

Entwicklungsphasen vom Welpen zum erwachsenen Hund

Die einzelnen Phasen sind im Vergleich zum Menschen aber deutlich kürzer. Diese Zeit sollte deshalb für eine gute und konsequente Erziehung genutzt werden, um eine stabile und vertrauensvolle Bindung zu fördern. 

Die nachfolgend beschriebenen Phasen sind mit dem entsprechenden Alter des Hundes vermerkt.

Es handelt sich dabei um ungefähre Angaben, da es sich um eine fliessende und phasenübergreifende Entwicklung handelt.

Die Rasse des Hundes spielt bei der Entwicklung ebenfalls eine grosse Rolle.

Wenn wir unseren Hund aufmerksam beobachten, können wir erkennen, in welcher Phase er sich gerade befindet.


Die einzelnen Phasen von der Geburt bis zum erwachsenen Hund:


1. Vegetative Phase (1. und 2. Lebenswoche)

Der Welpe ist in dieser Phase blind und taub, er kann noch nicht laufen und seine Temperatur noch nicht regulieren. Aber er ist sensibel für Berührungen, Schmerz, Stress, Temperatur, Geruch und Geschmack. Er verbringt etwa 90% seiner Zeit schlafend, in der restlichen Zeit ist er fast nur mit Nahrungsaufnahme und Verdauung beschäftigt. Er muss wachsen und sein Körper muss sich weiter entwickeln.

In dieser Phase hat eine bestimmte Verhaltensform Überhand: das Reflexverhalten. 

Das bedeutet, dass der Welpe in dieser Zeit nur auf Selbsterhalt orientiert ist (trinken, kuscheln).

Wie seine Mutter ihn behandelt und wie ihre allgemeinen Verhaltenstendenzen sind, haben einen merklichen Einfluss auf den Rest seines Lebens. Dies ist aber üblicherweise auch die Zeit, in der Welpen wegen Anomalitäten sterben.

2. Übergangsphase (2. - 3. Lebenswoche)

Die Lidspalten und die äusseren Gehörgänge öffnen sich, sehen kann der Welpe aber noch nichts. Erst mit der dem 17. oder 18. Lebenstag entwickelt sich die Sehfähigkeit. Dasselbe trifft für das Gehör zu. Der Welpe hat vorher fast ausschliesslich getrunken und geschlafen. Nun nimmt er seine Wurfgeschwister und die unmittelbare Umgebung aktiv wahr.

Der Welpe sollte in dieser Phase lernen, dass plötzliche Reize nicht unbedingt eine Bedrohung bedeuten.

3. Prägungsphase (4. - 7. Lebenswoche)

Die Sinne des Welpen sind nun weit entwickelt und sein Gehirn erlaubt ihm, Informationen schnell zu verarbeiten. Idealerweise lernt der Welpe jetzt, mit den unterschiedlichsten Eindrücken seiner Umwelt umzugehen, wie z.B. Menschen, Geräuschen und anderen optischen Eindrücke.

Er nimmt die Umwelt wahr und lernt seine Sozialpartner kennen. Im Spiel mit seinen Geschwistern lernt er, seinen sozialen Rang zu finden. In dieser Zeit werden seine Persönlichkeit und sein Temperament geprägt. Entzieht man dem Welpen in dieser Phase alle diese Eindrücke, wird er mit grosser Wahrscheinlichkeit später Sozialisierungsprobleme haben.

4. Sozialisierungsphase (7. - 14. Lebenswoche)

Nun beginnt der Welpe damit, die Umwelt zu entdecken und sich in die Rangordnung einzufügen. Der Territorialinstinkt entwickelt sich. In dieser Zeit wird auch die Beisshemmung ausgeprägt. Er lernt, wie stark er zubeissen darf, ohne den anderen zu verletzen. Alles was er jetzt lernt, lernt er fürs Leben.

Auch wenn der Welpe niedlich ist – jetzt ist es an der Zeit, ihm geduldig und konsequent seine Grenzen aufzuzeigen. Seine Neugier, seine Lernfähigkeit und sein aufgeschlossenes Wesen machen wir uns für die Erziehung zunutze.

Der Kontakt zu anderen Hunden (neutraler Kontakt, keine Rauferein!), neuen Geräuschen, unterschiedlichen Bodenbelägen und natürlich auch zu Menschen ist jetzt wichtig.

Schlechte Erfahrungen oder Isolation in dieser wichtigen Phase können weitreichende Folgen haben: Introvertiertes gehemmtes Verhalten, Hyperaggressives Verhalten, Selbstverstümmelung, Angst vor Hunden, Menschen und Geräuschen.

5. Vorläufige Wurfrangordnungsphase (3. bis 13. Lebenswoche)

In der vorläufigen Wurfrangordnungsphase spielt das Üben von Dominanz und Unterordnung eine grosse Rolle. Wenn der Welpe in dieser Zeit lernt, dass er mit Dominanz mehr Erfolg hat, wird er auch später auf jede neue Situation erst einmal mit Dominanz reagieren.

6. Endgültige Wurfrangordnungsphase (13. - 16. Lebenswoche)

In der endgültigen Wurfrangordnungsphase wird durch Streitigkeiten, die jetzt kein Spiel mehr sind, die Rangordnung festgelegt. Der Rudelführer Mensch wird auf seine Führungsqualitäten geprüft. Nun ist es wichtig, seine klaren Regeln aufgestellt zu haben und dem Hund seine Grenzen aufzuzeigen.

7. Rudelordnungsphase (5. - 7. Monat)

Der Hund verliert seine Milchzähne und das richtige Gebiss bildet sich aus. Der Besitzer muss dem Hund deutlich machen, dass seine Position in der Familie die unterste im menschlichen Rudel ist. Der Hund merkt, dass er durch die Hierarchie im Rudel keinem Stress und keiner Verantwortung ausgesetzt ist. Der Hund schliesst sich der Person an, die sich ihm als souveräner Rudelführer darstellt und ist entspannt.

 

Nun kommt die nächste Herausforderung: Die Pubertät!

 

8. Pubertätsphase (7. - 14. Monat)

Während der Pubertät kommt der Hund in die Endphase der geistigen und körperlichen Entwicklung: Perfektionierung durch Kombination von erlerntem Verhalten und Erfahrungen - sowie die Steigerung von Eigeninitiative. Möglicherweise merkt er, dass er besser ist als derjenige, der ihm alles beigebracht hat. Genau das wird er jetzt testen!

Alle Eltern mit Kindern werden es kennen und bei Hunden ist es ähnlich. Der Hund scheint alles Erlernte vergessen zu haben, die Ohren sind auf Durchzug geschaltet. Der Sexualtrieb entwickelt sich.

Beim Rüden beginnt der Testosteronspiegel zu steigen und sein Verhalten ändert sich. Er lernt, das Bein beim Pinkeln zu heben. Dies ist eines der ersten Zeichen der Pubertät. Er beginnt, territoriale Grenzen zu erkennen und zeigt Interesse an läufigen Hündinnen.

Mit etwa einem Jahr ist der Rüde geschlechtsreif, aber es fehlen ihm die sozialen Fähigkeiten eines älteren Hundes.

Soziales Lernen ist ein Prozess, der ein Leben lang anhält.

Für die Hündin gibt es eine klarere Trennungslinie zwischen Jugend und Erwachsensein. Mit dem Beginn der Läufigkeit kann sie quasi über Nacht erwachsen werden. Rüden finden sie zunehmend interessanter und sie selbst zeigt mehr und mehr Interesse an ihnen.

9. Reifungsphase / Adoleszensphase (ab 14. Monat)

Der Junghund hat die Verlangen eines erwachsenen Hundes, aber es mangelt ihm an den sozialen Fähigkeiten und Erfahrungen, um diese korrekt einzusetzen. Bei vielen Rassen werden Hündinnen schneller erwachsen als Rüden.

Zu dieser Zeit geht der Hund durch eine weitere Angstphase, weil sich sein hormoneller Haushalt ändert, während sich sein Körper noch in der Entwicklung befindet. Ging er zuvor auf alle neuen Eindrücke eher unbelastet darauf zu, ist er sich der Gefahren nun vermehrt bewusst und fürchtet sich vor Gegenständen oder Geräuschen, die vorher kein Problem waren.

Positive wie auch negative Eindrücke und Erfahrungen bestimmen nun sein weiteres Handeln. Alle negativen Verhaltensmuster sind jetzt nur noch mit sehr viel Geduld und am besten mit fachlicher Hilfe in die richtigen Bahnen zu lenken.


Die Entwicklung des Hundes
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